Tag 2 - Kurs auf Schottland

Nach einer ruhigen Nacht und einer Portion Ausschlafen starteten wir entspannt in den zweiten Reisetag. Der Morgen begann mit einem gemütlichen Frühstück im Wohnmobil. Ohne Zeitdruck ließen wir den Tag langsam anlaufen und genossen die frische Seeluft, bevor wir gegen 10:15 Uhr vom Campingplatz aufbrachen.

Unser erstes Ziel war der Brouwersdam. Dort empfing uns ein kräftiger Wind, der einem beinahe die Mütze vom Kopf geweht hätte. Dafür wurden wir mit einem beeindruckenden Blick über die Nordsee belohnt. Entlang des Damms liefen bereits die Vorbereitungen für das Concert at Sea Festival. Vor der Kulisse aus Meer, Strand und den gewaltigen Anlagen wirkte selbst der Aufbau schon beeindruckend.

Natürlich durfte auch ein Spaziergang am Strand nicht fehlen. Scotty war von den weiten Sandflächen und dem Wind begeistert und hatte sichtlich seinen Spaß. Während wir die Aussicht genossen, flitzte er neugierig über den Strand und erkundete jede neue Spur.

Anschließend ging es weiter nach Brielle. Die kleine Festungsstadt zählt zu den schönsten historischen Orten der Region und spielte eine wichtige Rolle in der niederländischen Geschichte. Am 1. April 1572 wurde Brielle von den sogenannten Wassergeusen eingenommen – ein Ereignis, das als wichtiger Wendepunkt im niederländischen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien gilt. Noch heute sind große Teile der alten Stadtmauer, die Grachten und zahlreiche historische Gebäude erhalten. Beim Bummel durch die Altstadt fühlte man sich stellenweise mehrere Jahrhunderte zurückversetzt. Die gepflegten Gassen, kleinen Brücken und die typisch niederländische Architektur machten den kurzen Zwischenstopp zu einem echten Highlight.

Zur Mittagszeit wurde es dann typisch niederländisch: knusprige Pommes und ein Fischbrötchen sorgten für die nötige Stärkung, bevor wir unsere Fahrt in Richtung Rotterdam Europoort fortsetzten.

Vor der Ankunft am Hafen wurde das Wohnmobil noch einmal vollgetankt. Gegen 15 Uhr stand dann bereits der Check-in für Scotty auf dem Programm. Wer mit Hund nach Großbritannien reist, muss bereits vorab verschiedene Daten online hinterlegen. Kontrolliert werden unter anderem der Mikrochip, die gültige Tollwutimpfung sowie die vorgeschriebene Bandwurmbehandlung. Dank des Online-Pre-Check-ins verlief die Kontrolle schnell und unkompliziert.

Auch die anschließenden Kontrollen durch Hafenbehörden und Zoll verliefen vollkommen problemlos. Die Mitarbeiter waren freundlich und gut gelaunt, sodass alles sehr entspannt ablief. Ein kurzer Blick ins Wohnmobil, die obligatorische Frage nach blinden Passagieren – und schon konnten wir weiterfahren. Zum Glück hatte sich niemand unerlaubt im Wohnmobil versteckt.

Nach dem Boarding ging es schließlich auf das riesige Fahrzeugdeck der Fähre. Zwischen Lastwagen, Wohnmobilen und unzähligen anderen Fahrzeugen wirkte unser Wohnmobil plötzlich erstaunlich klein. Die Verbindung von Rotterdam nach Hull wird von P&O Ferries betrieben und zählt zu den beliebtesten Routen für Wohnmobilreisende nach Großbritannien. Statt stundenlang durch Frankreich zu fahren und den Ärmelkanal zu überqueren, verbringt man die Nacht entspannt auf der Nordsee und erreicht am nächsten Morgen direkt Nordengland.

Anschließend bezogen wir unsere Kabine. Da wir mit Hund reisen, hatten wir eine spezielle Haustierkabine gebucht. Diese bietet Platz für Mensch und Vierbeiner, ist funktional eingerichtet und zwar nicht besonders groß, aber für die Überfahrt vollkommen ausreichend. Besonders angenehm ist, dass Haustiere hier gemeinsam mit ihren Besitzern reisen können und nicht die gesamte Nacht im boardeingeben Zwinger verbringen müssen. Alles machte einen sauberen und gepflegten Eindruck.

Und ja - es wird explizit erwähnt, dass die treuen Vierbeiner auch ins Bett dürfen!

Und ja - es wird explizit erwähnt, dass die treuen Vierbeiner auch ins Bett dürfen!

Die Fähre selbst erinnert eher an ein kleines schwimmendes Hotel als an ein klassisches Transportmittel. Restaurants, Bars, Lounges, Einkaufsmöglichkeiten und verschiedene Aufenthaltsbereiche sorgen dafür, dass die rund elf Stunden Überfahrt angenehm vergehen. Gerade für Wohnmobilreisende beginnt der Urlaub hier eigentlich schon an Bord.

Zum Abendessen gönnten wir uns noch einen kleinen Snack, bevor wir den Abend entspannt ausklingen ließen. Pünktlich um 20:30 Uhr legte die Fähre ab.

Während draußen die Nordsee langsam im Abendlicht verschwand und das Schiff Kurs auf England hielt, rückte unser eigentliches Ziel mit jeder Seemeile näher:

Schottland.

Gefahrene Strecke: 77 km

Aktuelle Position : Unterwegs mit der Fähre

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